IPL ist eine der bekanntesten Methoden zur dauerhaften Haarreduktion und wird seit über zwanzig Jahren in Studios und Praxen eingesetzt. Trotzdem kursieren viele Halbwahrheiten: Ist IPL ein Laser? Tut es weh? Funktioniert es bei jedem? In diesem Artikel erklären wir Ihnen verständlich und ehrlich, was hinter der Technik steckt, wie eine Behandlung abläuft und wann IPL die richtige Wahl ist.
IPL arbeitet mit kurzen, intensiven Lichtimpulsen
IPL kurz erklärt
IPL steht für Intense Pulsed Light, auf Deutsch „intensiv gepulstes Licht“. Anders als oft angenommen ist IPL kein Laser. Ein Laser sendet Licht einer einzigen, exakt festgelegten Wellenlänge aus. Ein IPL-Gerät erzeugt dagegen mit einer Blitzlampe ein breites Lichtspektrum, ähnlich wie ein sehr starker Fotoblitz. Spezielle Filter sortieren anschließend die Wellenlängen aus, die für die jeweilige Behandlung nicht gebraucht werden.
Diese Flexibilität ist der große Vorteil von IPL: Mit unterschiedlichen Filtern lässt sich dasselbe Gerät nicht nur zur Haarentfernung, sondern auch zur Behandlung von Pigmentflecken, feinen Äderchen oder zur Hautverjüngung einsetzen.
Wie funktioniert IPL?
Das Prinzip heißt selektive Photothermolyse. Klingt kompliziert, ist aber einfach: Das Licht wird vom dunklen Farbstoff im Haar, dem Melanin, aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Diese Wärme wandert entlang des Haarschafts bis in die Haarwurzel und schädigt dort die Strukturen, die für das Nachwachsen verantwortlich sind. Die umliegende Haut bleibt dabei weitgehend unberührt, weil sie deutlich weniger Pigment enthält als das Haar.
Warum mehrere Sitzungen nötig sind
Haare wachsen nicht alle gleichzeitig, sondern in Zyklen. Nur Haare, die sich gerade in der aktiven Wachstumsphase (Anagenphase) befinden, sind noch fest mit der Haarwurzel verbunden und können die Wärme bis dorthin weiterleiten. Je nach Körperstelle trifft das zu einem bestimmten Zeitpunkt nur auf einen Teil der Haare zu.
Deshalb braucht es mehrere Termine, um nach und nach alle Haare in ihrer Wachstumsphase zu erwischen. In der Regel sind 6 bis 12 Sitzungen nötig. Die Abstände liegen meist zwischen 4 und 8 Wochen, im Gesicht etwas kürzer, an den Beinen etwas länger. Wie viele Termine Sie persönlich brauchen, hängt von Ihrer Haardichte, Haardicke, Ihrem Hauttyp und Ihrem Hormonhaushalt ab.
Schon nach den ersten Sitzungen merken die meisten einen Unterschied: Die Haare wachsen langsamer, lichter und feiner nach. Am Ende des Behandlungszyklus ist ein Großteil der Haare dauerhaft verschwunden. Fachlich spricht man von dauerhafter Haarreduktion, denn einzelne feine Härchen können bleiben oder sich durch hormonelle Veränderungen später wieder zeigen. Eine kurze Auffrischung schafft dann schnell Abhilfe.
Für wen eignet sich IPL?
Weil IPL über das Melanin im Haar wirkt, kommt es auf den Kontrast zwischen Haar und Haut an. Je dunkler das Haar und je heller die Haut, desto gezielter kann die Energie im Haar ankommen.
- Sehr gut geeignet: dunkle, kräftige Haare auf heller bis mittlerer Haut
- Eingeschränkt geeignet: dunklere Hauttypen, da die Haut selbst mehr Licht aufnimmt. Hier muss besonders vorsichtig und mit angepassten Einstellungen gearbeitet werden
- Kaum wirksam: sehr helle, blonde, rote, graue oder weiße Haare, weil ihnen das nötige Pigment fehlt
Genau an diesen Grenzen setzt die Weiterentwicklung SHR an, die mit vielen sanften Impulsen und schrittweiser Erwärmung arbeitet. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Was ist SHR?. In einem persönlichen Beratungsgespräch schauen wir uns Ihre Haut und Ihre Haare genau an und empfehlen Ihnen ehrlich die Methode, die für Sie am besten passt.
IPL, SHR und Laser im Vergleich
Alle drei Methoden nutzen Licht, um die Haarwurzel zu erwärmen. Sie unterscheiden sich aber in der Art, wie diese Energie abgegeben wird:
| IPL | SHR | Laser | |
|---|---|---|---|
| Lichtquelle | Breites Lichtspektrum mit Filtern | Breites Lichtspektrum, weiterentwickelte IPL-Technik | Eine einzige Wellenlänge |
| Energieabgabe | Einzelne, kräftige Impulse | Viele sanfte Impulse in Bewegung | Gebündelte, sehr starke Impulse |
| Gefühl | Kurzes Zwicken, spürbare Wärme | Angenehme, gleichmäßige Wärme | Je nach Gerät deutlich spürbar |
| Ideal für | Dunkle Haare, helle Haut, kleine Areale | Viele Haar- und Hauttypen, große Flächen | Je nach Wellenlänge unterschiedlich |
Wie fühlt sich eine IPL-Behandlung an?
Die meisten beschreiben jeden Lichtimpuls als kurzes Zwicken, ähnlich dem leichten Schnippen eines Gummibands, verbunden mit einem warmen Gefühl. Wie intensiv das empfunden wird, hängt von der Körperzone und dem persönlichen Schmerzempfinden ab. Empfindliche Stellen wie Oberlippe oder Bikinizone werden oft etwas deutlicher wahrgenommen als Beine oder Rücken.
Ein kühlendes Gel auf der Haut macht die Behandlung angenehmer und schützt die Hautoberfläche. Zusätzlich lässt sich die Energie individuell anpassen. Sagen Sie uns während der Behandlung jederzeit Bescheid, wenn Ihnen etwas zu intensiv ist.
So läuft eine IPL-Sitzung ab
1. Beratung und Hautanalyse
Vor der ersten Behandlung besprechen wir Ihre Wünsche, Ihre Haut- und Haarbeschaffenheit sowie mögliche Ausschlussgründe wie Medikamente oder Hauterkrankungen. Bei Bedarf machen wir einen kleinen Test an einer unauffälligen Stelle.
2. Vorbereitung der Haut
Die Zone wird gereinigt und ein dünnes Kontaktgel aufgetragen. Sie und wir tragen während der Behandlung eine Schutzbrille, denn die Lichtblitze sind sehr hell.
3. Die Behandlung
Der Handaufsatz wird Stück für Stück auf die Haut gesetzt und gibt dabei die Lichtimpulse ab. Je nach Größe der Zone dauert das wenige Minuten (z. B. Oberlippe oder Achseln) bis hin zu einer Stunde oder mehr bei größeren Flächen wie den Beinen.
4. Nachsorge
Zum Abschluss wird das Gel entfernt und die Haut mit einer beruhigenden Pflege versorgt. Danach können Sie direkt wieder in Ihren Alltag starten.
Checkliste: Vor der Behandlung
- Die Zone etwa 24 Stunden vorher rasieren, nicht wachsen, epilieren oder zupfen, denn die Haarwurzel muss erhalten bleiben
- Etwa 4 Wochen vorher kein Waxing und kein Epilieren mehr
- Etwa 2 bis 4 Wochen vorher kein Sonnenbad, kein Solarium und kein Selbstbräuner
- Am Behandlungstag keine Cremes, Deos oder Make-up auf der Zone
- Neue Medikamente bitte vorher kurz mit uns absprechen, da manche die Lichtempfindlichkeit erhöhen
Nach der Behandlung
Direkt nach der Sitzung kann die Haut leicht gerötet sein und sich warm anfühlen, ähnlich wie nach einem kurzen Sonnenbad. Das ist eine normale Reaktion und klingt meist innerhalb weniger Stunden ab. Damit sich die Haut gut erholt, empfehlen wir:
- 24 bis 48 Stunden auf Sauna, heißes Baden und intensiven Sport verzichten
- Die behandelte Haut konsequent vor der Sonne schützen und einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF 50) verwenden
- Ein paar Tage auf Peelings und reizende Pflegeprodukte verzichten
- Zwischen den Sitzungen nur rasieren, nicht zupfen oder wachsen
Übrigens: In den ein bis drei Wochen nach der Behandlung fallen die behandelten Haare nach und nach aus. Manchmal sieht es zunächst so aus, als würden sie weiterwachsen. Tatsächlich werden sie nur aus dem Follikel herausgeschoben. Nicht zupfen, sondern einfach abwarten.
Wann ist IPL nicht geeignet?
In einigen Situationen sollte auf eine Behandlung verzichtet oder sie verschoben werden. Dazu gehören unter anderem:
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Frische Bräune oder Sonnenbrand in der Behandlungszone
- Tattoos oder Permanent Make-up im Behandlungsbereich
- Aktive Entzündungen, offene Wunden oder Hauterkrankungen in der Zone
- Einnahme von Medikamenten, die die Haut lichtempfindlich machen
Im Zweifel klären wir das gemeinsam im Vorgespräch. Bei bestimmten Vorerkrankungen kann auch eine kurze Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin sinnvoll sein.
Mehr als Haarentfernung
Da IPL mit unterschiedlichen Filtern arbeitet, kann die Technik auch für andere Hautanliegen eingesetzt werden. Dazu zählen die Hautverjüngung, bei der das Licht die Haut anregt und das Hautbild ebenmäßiger und frischer wirken lässt, sowie die unterstützende Behandlung bei unreiner Haut und Akne. Auch kleine Areale lassen sich mit IPL sehr präzise behandeln. Gerne beraten wir Sie, ob eine dieser Anwendungen für Sie infrage kommt.
IPL im Studio oder zu Hause?
IPL-Geräte für den Heimgebrauch sind inzwischen weit verbreitet. Sie arbeiten aus Sicherheitsgründen jedoch mit deutlich weniger Energie als professionelle Geräte. Das heißt: Sie brauchen meist mehr Anwendungen, die Ergebnisse fallen oft schwächer aus und eine regelmäßige Nachbehandlung bleibt nötig. Im Studio stimmen geschulte Fachkräfte die Einstellungen genau auf Ihre Haut und Ihre Haare ab, was nicht nur die Wirkung, sondern auch die Sicherheit erhöht.
Gut zu wissen: In Deutschland regelt die Verordnung zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NiSV), dass kosmetische IPL-Anwendungen nur von Personen mit nachgewiesener Fachkunde durchgeführt werden dürfen. Fragen Sie bei der Wahl Ihres Studios ruhig danach.
Häufige Fragen zu IPL
Ist IPL dauerhaft?
IPL führt zu einer dauerhaften Haarreduktion. Nach einem vollständigen Behandlungszyklus ist ein Großteil der Haare dauerhaft verschwunden. Einzelne feine Härchen können bleiben oder sich durch hormonelle Veränderungen später wieder zeigen und lassen sich dann mit einer kurzen Auffrischung behandeln.
Werden die Haare nach der Behandlung dicker?
Nein, ganz im Gegenteil. Die Haare werden mit jeder Sitzung feiner und lichter, bis sie im Idealfall gar nicht mehr nachwachsen.
Kann ich zwischen den Sitzungen rasieren?
Ja, Rasieren ist ausdrücklich erlaubt und sogar erwünscht. Verzichten Sie nur auf Wachsen, Epilieren und Zupfen, weil dabei die Haarwurzel entfernt wird, die das Licht erreichen soll.
Welche Körperzonen kann man mit IPL behandeln?
Grundsätzlich nahezu alle: Gesicht, Achseln, Arme, Beine, Bikinizone, Rücken und Brust. Ausgenommen sind lediglich der direkte Augenbereich sowie tätowierte Hautstellen.
Sie möchten wissen, ob IPL zu Ihnen passt?
Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin. Wir schauen uns Ihre Haut und Haare an und finden gemeinsam die Behandlung, mit der Sie Ihr Ziel am besten erreichen.
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